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Nachtrag vom 03.07.2007

Hallo Ihr Lieben, endlich komme ich mal wieder dazu, etwas zu schreiben. (Hab´ schon viele Rüffel erhalten....) Also, seit dem 1.Juli gilt der neue „Ghana Cedi“, d.h. es gibt jetzt neues Geld. 10 000 Cedis sind 1 Ghana Cedi. Ich zahle noch mit dem alten Geld, das bis Ende 2007 gültig ist. Bin erstaunt, dass das große Chaos bisher ausgeblieben ist. Aber mal schauen, ich geh gleich noch in den Koala (Supermarkt) und guck mir an, wie dort zwei Währungen parallel gewuppt werden. Obwohl, das wirkliche Problem sehe ich nicht bei den von Libanesen geführten Supermärkten, sondern eher – Achtung, Klischee! – bei den Leuten auf der Straße. Ob die Orangenverkäuferin es hinbekommt, vier Nullen zu streichen, sei mal dahingestellt. Ein Freund von mir berichtete von einem Gespräch mit einem Taxifahrer: Wieviel Ghana Cedi sind 20 000 Cedi? Und er: Öhm, vier? Oder drei? Unfassbar, wirklich. Da merkt man mal wieder, an welchen Ecken und Enden es hier überall hakt. Naja, aber aufregen hilft ja nicht. Sonst gibt es keine großartigen Neuigkeiten – obwohl, ganz vergessen, dass ja grad AU (African Union) Summit hier in Accra ist. Man munkelt, dass Gaddafi in seinem eigenen Zelt schläft, und ich frag mich, ob er das bei Kuffour im Garten aufschlägt. Sonst krieg ich von dem Summit nichts mit, weil sich dort ja nur wichtige Menschen tummeln. Was ich hingegen mitbekomme, sind hastige Weißpinselaktionen von Bürgersteigkanten, gigantische Beleuchtungsgedönse an wichtigen Kreisverkehren (geht so der Plural?), und dabei haben wir grad wieder Powercut alle zwei Tage. Aber wenn Besuch kommt, müssen wir natürlich den schönen Schein wahren. Ab und zu sieht man dann ein dickes Auto mit Fahne und einer Entourage von nicht minder dicken Autos durch die Straßen heizen (Polizei vorne weg), und das war´s dann. Ach ja, und ein Demonstrationsverbot wurde ausgesprochen. Begründung: Dies hier sei ja schließlich nicht Europa, sondern Afrika. Ja, das ist der AU Summit in Accra. Und sonst habe ich nicht viel zu berichten, die Zeit fliegt, und dann ist schon wieder Wochenende, und dann ist schon wieder Montag. Letztes Wochenende war ich am Strand und am Pool und hab´ jetzt tatsächlich so etwas wie Farbe im Gesicht. Neulich hat mir ein Passant hinterher gerufen: „You´re soooo white!“ Kunststück, wenn man sich die ganze Zeit im Büro verschanzt. Aber jetzt ist es ja schon ein bisschen besser. Nächstes Wochenende fahre ich nach Samreboi in die Western Region. In den Busch. Mir eine Holzfirma angucken. Bin schon ziemlich aufgeregt, weil ich wirklich so richtig in den Urwald fahre. So, das war´s schon wieder an Neuigkeiten aus meinem aufregenden Leben. Ich hoffe, dass es Euch allen gut geht und verbleibe mit freundlichen Grüßen Steffi
11.7.07 11:00


Steffi aus dem Dschungel.

Ui, war das aufregend! Am Samstag bin ich nach Samreboi gefahren. Erst drei Stündchen mit dem Schnelltaxi (klimatisiert!!!) nach Takoradi, da hat mich mein Kollege eingesammelt, und dann weiter nach Samreboi für weitere vier Stunden. Die Straße bis Takoradi ist OK, weil sie nämlich geteert ist, aber der Rest ist nur eine "Aufspritzdecke" (ich kann nur sagen, hab sehr viel gelernt während dieser vier Tage) bzw. der letzte Teil ist rough road. Am Samstag hab ich nicht mehr viel gemacht, zu mehr als essen und DVD gucken hat´s nicht mehr gereicht. Und nun hab ich auch endlich den "Wixxer" gesehen. Bescheuerter Film, aber genau mein Humor! Sonntag hab ich mir das Werk von der Holzfirma angeguckt - die machen hier alles von Baumfällen bis Bretter sägen. Aber da Sonntag war, sind natürlich keine Maschinen gelaufen, so dass ich überall herumschauen konnte, ohne im Weg zu stehen. EXKURS Und damit jetzt keiner meckern kann - rabäh, böse Tropenholzabhacker, erkläre ich mal kurz, wie das mit dem Bäumefällen funktioniert. Eine Firma erwirbt Konzessionen für ein bestimmtes Waldgebiet. Ein Waldgebiet ist in verschiedene Compartments unterteilt (Größe hab ich vergessen, aber groß). Wenn nun die Holzfirma in einem Compartment Bäume fällen möchte, werden zunächst die Bäume, die eine gewisse Mindestgröße haben, erfasst, nummeriert und in eine Karte eingetragen. Anhand dieser Daten legt die Forstbehörde fest, welche Bäume geschlagen werden dürfen. Die Holzfirma erhält dann eine Liste mit eben diesen Bäumen. Nachdem das Holz geernet wurde, prüft die Behörde noch einmal, ob wirklcih nur die festgelegten Bäume gefällt wurden. Wenn ein Compartment "abgeernet" ist, muss die Holzfirma die Wege wieder mit Bäumen zupflanzen, und dann wird das Compartment für die nächsten vierzig Jahre geschlossen. ENDE EXKURS So, und dann wollte mein netter Kollege Stefan mir noch eine Stelle im Wald (aufm Berg) zeigen, an der man einen schönen Blick über Samreboi hat. Ziemlich steile Straße, vorher hatte es geregnet, so dass wir ausgestiegen sind, um das letzte Stück zu Fuß zurückzulegen. Nach fünfzig Metern hat es angefangen zu regnen - einfach so und ziemlich heftig. Also umdrehen und wieder nach Hause fahren. Da die Straße aber zu schmal zum Wenden ist, mussten wir rückwärts runterfahren. Der ohnehin schon aufgeweichte Boden war jetzt schon so richtig schlammig, und so sind wir langsam, aber sicher in ein Schlammloch gerutscht. Und saßen fest. Nicht vorwärts, nicht rückwärts, nichts zu machen. Zuerst haben wir versucht, einfach ein Brett unter den eingesunkenen Reifen zu legen (schön, wenn man einen Pickup mit Zeug auf der Ladefläche hat), aber das hat nicht geklappt. Der Reifen ist immer tiefer eingesunken, Stefan war schon durchnässt und schlammig, ich hab ja Gottseidank nur im Auto gesessen und versucht anzufahren, und es war nix zu machen. Kein Handyempfang und gar nciht mehr so lange bis zur Abenddämmerung. Hm. Irgendwann hab ich mich dann auch aus dem Auto rausgetraut, und dann haben wir zu zweit versucht, den Reifen freizuschaufeln (ohne Schaufel), mit dem Wagenheber versucht, das Auto anzuheben. Schlamm und Regen, ein Auto, das sich keinen Zentimeter rührt - großartig! Aber natürlcih hab ich zwischendurch noch Fotos gemacht, so viel Zeit muss sein. Und nach etwa einer Stunde (gefühlte zwei Stunden, mindestens) haben wir das Ding doch aus dem Schlamm gekriegt. Mittlerweile hatte es auch aufgehört zu regnen, und so haben wir uns entschlossen, doch noch den Berg raufzusteigen. Ich muss mehr Sport machen, echt. Mit der hohen Luftfeuchtigkeit allein kann man mein Gejapse nciht entschuldigen. Ja, es war recht steil, aber eigentlich zu schaffen. Naja, wie auch immer, irgendwann waren wir dann oben auf dieser Lichtung, und ich wurde mit einem wunderschönen Blick belohnt. Das war mein erster Tag im Busch. Abends sind wir dann noch ins Clubhaus gefahren (Bar, Pool, Golfplatz, Sportanlagen) und haben dort ein Bierchen getrunken. Mannomann, ich muss schon sagen, im Dreck spielen macht Spaß. Am Montag sind wir dann in den Busch gefahren, um einen Baum zu fällen: Compartment 33, Baum 1016. Mit dem Geländewagen Ruckelstraßen entlang, den letzen Kilometer zu Fuß auf einem kleinen Weg, und dann enifach so rechts in den (Ur-)Wald. Ich habe sogar die Kettensäge ein paar Meter auf meinem Kopf getragen, von daher ist die Aussage, dass ich den Baum mitgefällt habe, durchaus gerechtfertigt. Wir sind dann also alle durchs Unterholz gestakst (der Geruch! die Geräusche!) und sind dann bei dem Baum angekommen. Ein hundertzwanzig Jahre alter Mahagonibaum. Zunächst wird erst mal das GRünzeug am Stamm mit einer Machete weggeschlagen, damit man dann besser sägen kann. Dann hat der Waldarbeiter kurz gebetet und dann die Motorsäge angeschmissen. Und dann hat er angefangen zu sägen. Zwanzig Minuten lang. Und dann wurde die letzte Verbindung zu den Wurzeln gekappt. Es knirscht, und dann fällt der Baum, um mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden zu landen. Bumm. Das war´s. Für einen kurzen Moment wackelt die Erde. Und dann ist es vorbei. Ich war ein bisschen benommen. Man fühlt sich so klein, und dann wird da so etwas Altes und Großes, das 120 Jahre zum Wachsen gebraucht hat, in nicht mal einer halben Stunde gefällt. Aber ich habe mir ein Stück Holz aus meinem Baum mitgenommen. Und natürlich hat mich auf dem Rückweg noch ein böses Insekt gebissen. Hab ein bisschen rumgepienst und mir natürlich gleich nen Spruch eingefangen. Tja, das ist kein Spaß da draussen im Dschungel. Nach diesem überaus anstrengenden Vormittag habe ich erst mal ein Kilo Nudeln verdrückt (naja, nicht ganz), und hab mir dann noch mal das Werk in Aktion angeschaut. Und mir auch gleich in der Carving Section mein Mahagonistück zurechtschneiden lassen. Abends war ich ziemlich kaputt, aber wir waren noch bei einem von Stefans Kollegen mit einer stattlichen Anzahl von Mitarbeitern und Gästen bei einem netten Abendessen draußen im Garten. Und am Dienstag waren wir dann noch in der "Fabrik" für Süßstoff. Dort wird einer Pflanze ein Extrakt entzogen, der aufwendigst weiterverarbeitet wird und schließlich in Pulverform die 3000fache Süßkraft von Zucker hat. Hab einen Hauch davon probiert und hab den süßen Geschmack überhaupt nicht mehr von meiner Zunge gekriegt. Dann weiter nach Takoradi (ich wurde netterweise in einem Landcruiser mitgenommen und musste zum Glück nicht Trotro fahren!), und dort musste ich geschlagene zwei Stunden daruaf warten, dass das blöde Schnelltaxi voll wurde. Zwei (!) Stunden. War müde und quetschig und wollte nur noch nach Hause. Was natürlich auch irgendwann geklappt hat! Hach, hab ich gut geschlafen! Das war mein Ausflug nach Samreboi. Und nächstes Mal darf ich Raupe fahren. Fotos folgen! Gruß und Kuss, Steffi
11.7.07 12:10


Formatierung

Aus unerfindlichen Gründen kann ich keine Absätze einfügen. Ich hoffe natürlich, dass meine Schreibe so locker-flockig ist, dass das niemanden stört! I´m working on it. Steffi
11.7.07 12:19


bloeder computer!

ich raste aus! hab gerade einen langen und unglaublich unterhaltsamen eintrag getippt, und dann - wupps! - ist er weg!

grummelgrummel, morgen starte ich vielleicht einen neuen versuch...

wuensche noch einen schoenen tag!

steffi
31.7.07 18:55





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