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Hallo zusammen,

 

mir geht es gut!

 

Neuigkeiten demnächst an dieser Stelle!

 

Viele Grüße,

 

Steffi in Ghana 

4.9.06 21:38


Die ersten Tage

Also,
ich fang dann mal chronologisch an:
Samstag abend, 22h Ortszeit - Landung in Accra. Kein perfekter Halt fuers Haar, weil es unglaublich schwuel ist. Das Gefeuhl beim Aussteigen glich ungefaehr dem Eintreten in ein Zwei-Quadratmeter-Badezimmer, in dem zuvor eine Viertelstunde lang heiss (richtig heiss) geduscht wurde - Beginn der Regenzeit in Ghana.
Der Flughafen - Kotoka International Airport - ist klein und strahlt den Charme einer Fabrikhalle aus (liegt wohl daran, dass es eine Fabrikhalle ist, so sah es jedenfalls aus). Dann Ausfuellen eines Immigrationsformulars, kurzes Vorsprechen bei einem Beamten, schliesslich der ersehnte Stempel in den Reisepass.
Wider Erwarten hat Alitalia mein Gepaeck beim Umsteigen in Mailand nicht verbummelt - also ab durch den Zoll damit (ohne Probleme, ich hab gehoert, dass es auch ganz anders sein kann!) und raus in den "Empfangsbereich". Taxifahrer, die mehr oder weniger aufdringlich ihre Dienste anbieten (Want a taxi? Want a taxi? -- NO!!!), und dann das Schild "KfW", mein Abholservice, zum Glueck.
Ab zum Taxi, mein Problem: wo bekomme ich jetzt Cedis (Waehrung) her? Kein Problem, mein Fahrer tauscht mir 50 Euro auf dem Schwarzmarkt (ein Typ mit Bauchtasche, der auf dem Parkplatz rumhaengt), wahrend ich im Taxi sitze und warte.
Mit einem grossen Packen Geld in der Tasche geht es dann los in Richtung Wohnheim. Die Verkehrsregeln werden hier sehr grosszuegig ausgelegt, wer hupt, der faehrt. Jedes Abbiegen wird mit einem Hupen angekuendigt und natuerlich kann man auch mal rechts ueberholen.
Bei der Ankunft der erste SChock: keine Elektrizitaet im Viertel (Stromerzeugung durch Wasserkraft, nach der Trockenperiode niedrige Wasserstaende, also wird dann mal alle drei Tage der Strom ausgeschaltet).
Zaehne putzen in totaler Dunkelheit (gut so, der Appetitlichkeitsfaktor ist naemlich nicht besonders hoch, wie ich am naechsten Morgen feststelle), dann ab ins Bett (keine Bettdecke). Mein Zimmer: Schrank, Bett, Stuhl, Tisch. Leichtes Knirschen unter den Fuessen, ueber das ich nciht weiter nachdenken will...
So, da liege ich nun und habe fuer einen kurzen Augenblick den Gedanken: wieso mache ich das?!? ein halbes Jahr?!? ICh muss bekloppt sein...

Am nachsten Morgen siegt der Ehrgeiz: ich werde das alles sportlich sehen! Erst mal duschen. Im Bad der Schock: ein Rohr, das aus der Wand ragt, ist die Dusche, sehr interessant. Aber was viel schlimmer ist: jetzt, wo es hell ist, sieht man den Siff (die Kombination aus einer wenig motivierten Putzfrau und einer staendig wechselnden Horde von Studenten). Schluck. Bloss nicht den Duschvorhang beruehren, nicht die Wand, nciht den Boden, doch, das geht!
Die Kontaktlinsenfrickelei beschliesse ich bereits Sonntag abend aufzugeben, meine Brille tuts auch.

Erste Kontaktaufnahme mit den anderen Menschen, die dort wohnen: alles europaeische Studenten (hauptsaechlich Deutsche), die ein Praktikum bei irgendeiner internationalen Organisation absolvieren. Nette Atmosphaere!
Waehrend meine Mitbewohner an den Strand fahren, watschele ich durch die Strassen, weil ich spaeter noch mit meinem Chef zum Kaffee verabredet bin. Der erste Eindruck meines Viertels: bunt, lebendig, total chaotisch. Aber irgendwie gut.
Ich bin wieder versoehnt. Ich bekomme meine ersten Komplimente (Beautiful), aber noch keinen Heiratsantrag. Ich bin etwas enttaeuscht.
Spaeter am nachmittag holt mein Chef mich beim Wohnheim ab, und wir gehen ins In-Lokal in Accra und sitzen auf der Terasse und trinken Cappuccino und essen ein Croissant (ja, wirklich!).

Aehm, ich gehe jetzt zum Mittagessen, mehr gibt es spaeter!

Kuesschen Steffi

 

 

5.9.06 14:23


Weiter geht's

Heute ist ja schon Donnerstag, da muss ich ja jetzt mal zu Rande kommen und von meiner Woche bisher erzaehlen.
Sonntag nachmittag habe ich also Kaeffchen getrunken und mir gleich einen Sonnenbrand zugezogen. Merke: Auch wenn es wolkenverhangen ist, britzelt die Sonne.
Sonntag abend dann der erste Gang in den ''westlichen'' Supermarkt. Schon lustig: da faehrt man nach Ghana, um eine andere Kultur kennenzulernen, und hat dann doch nichts anderes vor, als nach Bekanntem zu suchen. Nur soviel: es gibt Pumpernickel, natuerlich schweineteuer.
Danach dann ein Treffen mit Kollegen von der GTZ in einem Hotel ausserhalb von Accra, zu dem mein Chef mich gleich mal mitgeschleppt hat. Ich habe kein einziges Wort verstanden, da ich mit den ganzen Abkuerzungen (noch) nicht vertraut bin. Irgendwann fingen die Herren dann an, sich gegenseitig mit ihren Horrorgeschichten (Kriminalitaet, Arbeitsbedingungen, Mentalitaetsunterschiede und so) zu uebertrumpfen. Das war sehr kurzweilig und erhellend.

Montag hatte ich meinen ersten Arbeitstag. Das Buero ist im Stadtteil Labone, und hier ist es schon recht huebsch und gepflegt. Die KfW teilt sich ein Haus mit der GTZ, so dass hier viele Deutsche herumspringen.
Gleich zu Beginn habe ich einen riesigen Stapel an Infomaterial in die Hand gedrueckt bekommen und mich erst mal in mein Buero gesetzt und gelesen, gelesen, gelesen.
Zu Mittag habe ich mein erstes ghanaisches Gericht kommen lassen: Palaver Sauce. Irgendwelche gruene Blaetter, die ganz klein geschnippelt werden (wie Spinat)in roter Sosse (keine Ahnung, was da ausser viel Pfeffer noch so drin ist!) und dazu Yam. Das Fleisch habe ich rausgefischt, als Vegetarier hat man es hier wirklich nciht so leicht.
Sehr nett: nachdem ich laengere Zeit im dortigen Badezimmer verbracht habe -der Umgang mit der ghanaischen Klospuelung will geuebt sein- kommt meine besorgte Kollegin gleich auf mich zu: Are you alright? I mean, is your stomach OK? -- Nu klar.
Abends dann der erste Mueckenstich!!! Aaahh, in die Fusssohle! ICh sehe mich schon mit Malaria im Krankenhaus liegen! Ab jetzt wird Autan noch sorgfaeltiger benutzt!

Dienstag habe ich das Bademzimmer erst mal ein wenig geputzt (ich hatte am Abend zuvor den Supermarkt um die Ecke an Putzmitteln leergekauft), mein Wohlbefinden steigt.
Mittags essen im Goethe-Institut, mein zweites ghanaisches Gericht (redred), Bohnenzeugs mit Suesskartoffeln.
Abends bin ich mit ein paar Leuten zum Night-Market gegangen, der ist gleich ein paar Strassen weiter. Ueberall winzige Ministaende mit Obst, Gemuese, Fisch, Brot und anderen Sachen, kleine GEschaefte und viele MEnschen!. Die Marktfrauen legen sich oft einfach neben ihren Stand auf eine Bank, und wenn man dann was kaufen will, dann muss man sie einfach aufwecken. Ich bin immer noch sehr ungelenk mit dem Geld (riesige Lappen, die nix wert sind. Und stinken tun die, baeh!), traue mcih aber schon ein bisschen zu feilschen. Obwohl: Montag wurde ich ziemlich unwirsch von einer Marktfrau weggeschickt. Nun ja.

Mittwoch dann meine erste Fahrt im TroTro (Bus). Man stellt sich an eine Haltestelle, von der nur eingeweihte wissen, dass es eine ebensolche ist, und wartet. Dann fahren irgendwelche klapprigen Bullis vor, deren ''Schaffner'' aus der geoeffneten Tuer die Richtung rufen. Man steigt zu und hofft, dass die Kollegin einem die richtigen Angaben gemacht hat (hat sie). Ich sitze also eingepfercht zwischen sChulkindern und Menschen, die zur Arbeit fahren und Zeitung lesen.
Als ich aussteige, ist mir ein bisscehn schlecht, weil die Federung doch nicht die beste ist. Aber: ich habe es geschafft!
Mittags wieder essen im Goetheinstitut (den Namen habe ich vergessen, es war aber wieder sehr lecker und mir ist auch nciht schlecht geworden!), abends sind wir dann zur Alliance Francaise gefahren, dort gibt es mittwochs immer Livemusik unter Palmen. Diesen Mittwoch irgendwie nicht, so dass wir uns nach einer Alternative umsehen. Unter freiem Himmel sitzen wir dann und schluerfen Bier und hoeren ghanaischen Reggae (der hat einen eigenen Namen, den ich grad leider vergessen habe).

Soooo, das war's erst mal in Kuerze bis heute. Die Abhandlung bestimmter Themenkomplexe folgt. Am Wochenende will ich mir erst mal die Stadt richtig angucken, dazu bin ich bisher noch gar nciht gekommen. Dann gibt es auch die ersten Fotos!

G&K
Steffi

 

7.9.06 12:19


Hotte kommt nach Ghana!

Oh mein Gott, ist das aufregend: Uns Praesident Horst Koehler himself kommt im Januar nach Ghana, und ich werde live dabei sein. Und ich hab noch nix anzuziehen!!!
7.9.06 18:54


Mein erstes Meeting mit wichtigen Menschen

Gestern hatte ich mein erstes Meeting in einem Ministerium (habe leider vergessen, welches...), das Thema war schon interessant (Auditing in der Verwaltung), aber ich habe kaum etwas verstanden - das Englisch, das die Menschen hier sprechen, ist sehr schwer zu verstehen. Aber ich bin ja noch ein Weilchen hier, das sollte ich hinkriegen.
Der Raum war mit plueschigem Teppich ausgelegt und auf etwa 17 Grad runtergekuehlt, derweil die Fenster offen waren (das sind solche FEnster, wie ich sie auch in meinem Wohnheim habe: Fenster, die wie ein Lamellenrollo funktionieren, ergo ncht ganz schliessen). Ein Bild vom Praesidenten an der Wand und ein gewisser shabby chic.
Aber Nescafe und Kekse, was will man mehr!
Was auch lustig ist, ist diese Visitenkartenaustauscherei; Wenn ich wiederkomme, kann ich damit dann wahrscheinlich den Flur tapezieren.

So, jetzt ist mein Chefe da, spaeter mehr!

 1000 Kuesse in die Heimat!

 

8.9.06 10:44


Fotos!

Und Tusch! Die ersten Bilder, leider ist der Speicherplatz auf dieser Seite schon aufgebraucht, aber ich werde mal schauen, ob ich Euch allen noch mehr schoene Bilder zeigen kann!

Das erste Bild zeigt die Postfaecher an einem Ministerium.

Das zweite Bild zeigt einen Ausschnitt des Makola-Marktes, des groessten Marktes in Accra (da gibt's wirklich alles). Lustigerweise heisst das Ganze Shopping-Mall, obwohl in diesem dreistoeckigen Gebaeude kaum Geschaefte sind, es spielt sich doch alles auf der Strasse ab!

Das dritte Bild ist an einer Strandkneipe aufgenommen, lecker Pineapple Juice Made in Ghana!

Infos vom WE folgen!
Steffi

11.9.06 13:50


Hier war ich uebrigens am Wochenende:
http://www.bigmilly.com/

Gruesse
Steffi

11.9.06 14:24


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